Präsentationsunterlagen:

Gesellschaftsgründung in Frankreich:
Rechtliche Aspekte, Buchhaltungspflichten
und finanzielle Starthilfen

I. Rechtliche Aspekte

a) Betriebsstätte oder Tochtergesellschaft

⇒ Tochtergesellschaft:

  • Effektivere Präsenz auf dem Markt
  • Trennung zwischen der Muttergesellschaft und der Tochtergesellschaft für den Abschluss von Verträgen, insbesondere Arbeitsverträge
  • Vermeidung der Doppelbesteuerung
  • Einfachere buchhalterische Zuordnung von Kosten und Einkünften; keine wesentlichen Mehrkosten
  • Steuergünstiges Entlohnungsmodell für im Ausland ansässige Geschäftsführer

b) Rechtsform

  • Auf dem französischen Markt sind meist Kapitalgesellschaften tätig
  • SAS (Société par actions simplifiées = vereinfachte Aktiengesellschaft französischen Rechts):
  • große Gestaltungsfreiheit, einfache Verwaltung der Organe
  • Vorteil Hierarchie: Président und Directeur Général
  • SARL (Société à responsabilité limitée = Gesellschaft mit beschränkter Haftung französischen Rechts):
  • Traditionelle, gesetzlich geregelte Rechtsform; weniger Gestaltungsfreiheit für Verwaltung, Organe und Übertragung von Anteilen

c) Etappen der Gründung

d) Nach der Gründung

  • Feststellung des Jahresabschlusses zum Ende eines jeden Geschäftsjahres
  • Hinterlegung beim Handelsgericht

II. Buchhaltung & Steuerrecht in Frankreich

a) Buchführungspflichten für Unternehmen

  • Führung einer Buchhaltung
  • Verpflichtungen variieren je nach Höhe des Umsatzes
  • Ernennung eines Wirtschaftsprüfers

b) Die wichtigsten Steuerpflichten & Steuern

  • Körperschaftssteuer
  • Lehrlings- und Ausbildungssteuer
  • Gewerbesteuer
  • TVA (Mehrwertsteuer)
  • Steuer auf Firmenfahrzeuge

c) Der steuerliche und soziale Status des Geschäftsführers

  • Der Status als Arbeitnehmer
  • Der Status als Selbständiger
  • Die Besteuerung von Dividenden

III. Bankbegleitung bei der Unternehmensgründung in Frankreich

a) Kontaktaufnahme

  • Eröffnung eines Unternehmenskontos unterliegt gesetzlichen Anforderungen
  • Bank verlangt von Firmenkunden verschiedene Unterlagen, um Kenntnis vom Gesprächspartner belegen zu können

KYC: Know Your Customer

  • Information zur Identität des Geschäftsführers, zum Tätigkeitsbereich und zur Befolgung der steuerlichen und rechtlichen Auflagen
  • Ziel: Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
Gründung Ex Nihilo Gründung Tochtergesellschaft
-Satzungsentwurf

-Angabe zum wirtschaftlichen Eigentümer

-Wirtschaftlicher Eigentümer und zeichnungsberechtigte Personen: Kopie des Ausweises + Adressnachweis

-Formular: politisch exponierte Personen (Kunde muss eventuelle politische Verbindungen nachweisen)

-Businessplan zum Umfang der Aktivität

-Steuerliche Selbstbescheinigung

+ Aktueller Handelsregisterauszug

+ Letzter Jahresabschluss, Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

+ ggf. Organigramm

b) Finanzierungsantrag

  • Mögliche Förderung von Investitionsprojekten durch EU, französischen Staat oder die Region (Energieeinsparungen, Forschung/Entwicklung)
  • Mögliche Bürgschaft durch Organisationen (BPI, Region)

→ Lassen Sie sich vorab gut beraten.

  • Vorlage eines Businessplans und eines Finanzierungsplans bei Ihrer Bank
  • Ihr Gesprächspartner muss Ihr Vorhaben und Ihre Hochrechnungen nachvollziehen können
  • Die Prognose zur Erreichung Ihrer Ziele sollte realistisch und umsetzbar sein
  • Finanzierungsplan muss Bedarf an Betriebskapital zu Beginn der Geschäftstätigkeit aufzeigen
  • Die Bank benötigt individuelle Sicherheiten, um die Finanzierung zu gewähren

c) Finanzierungsarten

Kurzfristige Kredite zur Finanzierung des Geschäftszyklus (Liquiditätslücken zwischen Geldeingängen und –ausgängen):

Liquiditätslinie auf laufendem Konto:

  • Bank fordert Sichtbarkeit zur Gewährung des Kredits; wird selten bei Beginn der Geschäftstätigkeit gewährt
  • Kredit muss einem Liquiditätsbedarf aus dem Geschäftszyklus entsprechen, darf keine mangelnde Rentabilität verbergen

Diskontierung von Handelswechseln:

  • Weniger genutzt, aber existiert weiterhin
  • Möglichkeit, vor der Fälligkeit über das Geld zu verfügen
  • Analyse der Qualität der Wechseln
  • Wird die Forderung zum Fälligkeitstag nicht beglichen, wendet sich die Bank an den Gläubiger

Abtretung von Handelsforderungen (Cession Dailly und Factoring):

  • Möglichkeit, Rechnungen an ein Kreditinstitut abzutreten, das Ihnen die Mittel vorzeitig zur Verfügung stellt
  • Ggf. kann ein spezialisiertes Kreditinstitut Ihnen auch die Zahlung garantieren (Factor)

Mittel- und Langfristige Kredite zur Finanzierung von Investitionen:

  • Leasing (Fahrzeuge, Material, Immobilien):
  • Sie sind für eine bestimmte Zeit Mieter Ihrer Investition und haben am Ende die Möglichkeit, Eigentümer zu werden

→ steuerliche Vorteile für Sie, solide Sicherheiten für die Bank

  • Klassischer Bankkredit:
  • Laufzeit je nach Objekt (z.B. 5 Jahre für Fahrzeuge oder kleineres Material, 7 Jahre für Kauf von Geschäfts- oder Firmenanteilen, 15 Jahre für gewerbliche Immobilien)
  • Kredite zu festem oder variablen Zinssatz

→ bei variablem Zinssatz: Kredite in der Regel an den Euribor   gebunden

Euribor: Durchschnitt der Zinssätze, zu denen sich Bankinstitute der Eurozone Geld leihen

  • Jeder Fall ist individuell: Tilgung des Darlehens wird entsprechend angepasst;
  • Beispiel Gebäude: Tilgung kann während der Bauzeit aufgeschoben werden;
  • Möglichkeit von Stundungen oder komplexeren Tilgungsmodalitäten

Für ausführlichere Informationen, sehen Sie sich die Aufzeichnung unseres Webinars an.

Unsere Experten beraten Sie gerne: Nehmen Sie Kontakt mit ihnen auf!

 
Bernard Baeumlin
Französischer Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
+33 (0)3 89 42 75 21
baeumlin@ffu.eu
 
Laurent Hasdenteufel
Bereichsleiter Grenz­über­schreitende Märkte
+33 (0)3 88 52 55 30
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Elisabeth Walckenaer
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